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Mein Vorsatz
O Freunde! Freunde! die ihr so treu mich liebt!
Was trübet meine einsame Blike so?
Was zwingt mein armes Herz in diese
Wolkenumnachtete Todtenstille?
Ich fliehe euren zärtlichen Händedruk,
Den seelenvollen, seeligen Bruderkuß.
O zürnt mir nicht, daß ich ihn fliehe!
Schaut mir in's Innerste! Prüft und richtet! -
Ists heißer Durst nach Männervollkommenheit?
Ists leises Geizen um Hekatombenlohn?
Ists schwacher Schwung nach Pindars Flug? ists
Kämpfendes Streben nach Klopstoksgröße?
Ach Freunde! welcher Winkel der Erde kan
Mich deken, daß ich ewig in Nacht gehüllt
Dort weine? Ich erreich' ihn nie den
Weltenumeilenden Flug der Großen.
Doch nein! hinan den herrlichen Ehrenpfad!
Hinan! hinan! im glühenden kühnen Traum
Sie zu erreichen; muß ich einst auch
Sterbend noch stammeln; vergeßt mich, Kinder!
Johann Christian Friedrich Hölderlin
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